Liebe JoJo Kundinnen und liebe JoJo Kunden,

wir haben unseren JoJo Reiseladen am 30.09.2021 geschlossen.



In den vergangenen 31 Jahren haben wir viele Krisen überstanden – Einbrüche, Weltwirtschaftskrisen, Terroranschläge, Airline- und Veranstalterpleiten, Vulkanausbrüche … die jetzige Pandemie bedingte Krise jedoch…

Wir haben alles gegeben, um unter den ungewissen Bedingungen weiterhin gut zu beraten und Reisen zu buchen. Jedoch haben uns die äußeren Umstände wie kurzfristige Änderungen der Einreisebestimmungen, Hotelschließungen, unregelmäßige bis keine Flugpläne, Reiseabsagen und Rückabwicklung gebuchter Reisen usw. und der damit verbundene immense, weitestgehend entgeltlose Arbeitsaufwand dazu gezwungen, an dieser Stelle einen bitteren aber unausweichlichen Schlussstrich zu ziehen.

Wir sind mit unserem JoJo Reiseladen, wie die gesamte Reisebrache, seit 18 Monaten sehr hart und als Nonfood- Einzelhandel (JoJo Trekkingladen) von den staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, angeordneten Lockdowns und Öffnungsmöglichkeiten unter erschwerten Bedingungen darüberhinaus besonders, weil doppelt betroffen. Genau dafür wurden die Überbrückungshilfen eigentlich von der Bundesregierung aufgelegt, um diesen Unternehmen eine Chance zum Überleben zu geben.

Durch die Konstellation als „Mischbetrieb“ und gemeinsamer Veranlagung als GmbH bei den Überbrückungshilfen, haben wir aus den Überbrückungshilfen I und II (Juni-Dez.20) keinerlei Unterstützung erhalten können. Mit der ÜIII erhalten wir nur einen sehr kleinen Teil des Geldes, das, wenn man die Branchen einzeln betrachten würde, möglich wäre.

Wir kämpfen seit 18 Monaten ums Überleben, machen über Presse und Rundfunk in der Öffentlichkeit auf leider nicht nur unsere Problematik aufmerksam.

Mehrere verzweifelte Hilferufe an Herrn Altmeier und das Bundesministerium für Wirtschaft und Herrn Scholz und das Bundesministerium der Finanzen blieben entweder ungelesen und unbeantwortet, enthielten vorgefertigte Antwortbausteine oder gaben nach 4 Wochen nur den Inhalt der uns bekannten Überbrückungshilfen III wider.

„Um Doppelförderung auszuschließen, kann allerdings nur eine Sonderregelung je Unternehmen in Anspruch genommen werden. Ein Unternehmen, das gleichzeitig als Reisebüro und Einzelhändler tätig ist, hat zur Inanspruchnahme einer der beiden Sonderregelungen gegenüber dem prüfenden Dritten darzulegen, wo der deutliche Schwerpunkt seiner wirtschaftlichen Aktivität liegt.“  Antwort BMF, 17.05.21.

D.h., dass wir für unser Reisebüro mit mehr als 90% Umsatzausfall seit März 2020 keine Überbrückungshilfen erhalten haben oder erhalten werden. Diese Regelung zwingt uns förmlich, unser Reisebüro aufzugeben.

Unsere große Hoffnung war noch der Härtefallfonds des Landes Brandenburg. Dort fallen wir bei Punkt 2.1. der Antragstellung jedoch raus, da wir, wie o.g. einen kleinen Betrag für den JoJo Trekkingladen (Einzelhandel) aus der ÜIII erhalten. Somit sind wir für das Land Brandenburg kein Härtefall mehr.

Auch hier fehlt jegliches Augenmaß. Damit schickt auch das Land Brandenburg viele seiner Betriebe in ihr Aus.

In mehr als 31 Jahren haben auch wir Millionen an Umsatz-, Lohn-, Gewerbe,- Körperschaftssteuer, Beiträge zur Sozial- und Arbeitslosenversicherung geleistet und würden dies auch gerne weiterhin tun, wenn man uns eine Chance gäbe.
Wir sind sehr dankbar für Ihre und eure Unterstützung, die Spenden, ob direkt oder über startnext.

Um eine unverschuldete Gesamtinsolvenz vorerst zu vermeiden, mussten wir einen Kredit aufnehmen. Kredite müssen aber, anders als die Corona Hilfen, zusätzlich erwirtschaftet und zuzüglich Zinsen zurück gezahlt werden.

Ob, wie und wann der Kredit vom verbliebenen JoJo Trekkingladen zusätzlich erwirtschaftet werden kann, hängt von sehr vielen unvorhersehbaren Faktoren ab. Wir kämpfen weiter, und hoffen weiterhin sehr auf Ihre und eure Unterstützung.

3 von unseren 8 wertvollen MitarbeiterInnen und deren Arbeitsplätze gehen verloren. Lebenswerke, Träume, Gemeinschaften zerfallen, wir erfahren eine staatliche Missachtung unserer mehr als 30jährigen Arbeit. Wir zählen zu den kalkulierten Sonderopfern der Pandemie.

(„...wird es leider immer Sonderfälle geben, bei denen Betroffene ggf. mehr oder auch weniger erhalten..“ Antwort BMWi, 20.04.21)

Es bleiben verlorene Hoffnungen, Ohnmacht, Verzweiflung, Wut - doch wir müssen versuchen, es so nüchtern wie nur möglich zu betrachten.

Danke Annette, Danke Kathrin, Danke Sandra! Wir wünschen euch alles erdenklich Gute!

Mit dankbaren wenn auch sehr verzweifelten Grüßen

Petra Walter-Streitz



Aktuelle Links zu Reisebestimmungen:


Aktuelle Informationen des Auswärtigen Amtes
zu COVID-19


Die neuen Einreisebestimmungen nach der Corona-Einreiseverordnung vom 12.Mai 2021


FAQ für Einreisende//Rückkehrer





Der JoJo Reise- und Trekkingladen